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This is a web version of one of the most important published papers on the coinage of the ancient Greek city of Miletus in Asia Minor (modern Turkey). The original German text and the paper’s single plate are reproduced here in their entirety. Page numbers and other editorial insertions in this web version are enclosed in { braces }. An English translation of the original is shown in gray. Citations to this paper should refer to the original printed version:

Pfeiler, Bärbel. 1966. Die Silberprägung von Milet im 6. Jahrhundert v. Chr. [The silver coinage of Miletus in the 6th century before Christ.] Schweizerische numismatische Rundschau, 45: 5–26.

The English translation has been very generously prepared by Lars Rutten, with assistance from Roland Müller who scanned the original plate. I am grateful for their many hours of work in making this important publication accessible to English-speaking numismatists.

PLEASE NOTE: My transcription of the original German text may contain typographical errors. I will be very pleased to hear from anyone who finds or suspects such errors, and I will check them against a photocopy of the original. Please email Bob O’Hara (rjohara@post.harvard.edu).


DIE SILBERPRÄGUNG VON MILET IM 6. JAHRHUNDERT V.CHR.

I. Einführung in den Problemkreis

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Die vorliegende Studie versucht, den Aufbau der Silberprägung von Milet, die vor der Zerstörung der Polis durch die Perser im Jahre 494 v. Chr. entstanden ist, zu reconstruktieren. Sie erhebt keinen Anspruch, ein Korpus der milesischen Prägungen der bearbeiteten Zeit zu sein.

THE SILVER COINAGE OF MILETUS IN THE 6TH CENTURY BC

I. Approach to the Complex of Problems

This study tries to reconstruct the structure of Milesian coinage before the destruction of the city by the Persians in 494 BC. It doesn’t claim to be a corpus of the Milesian issues of that time.

Der Zeitpunkt, an dem die griechischen Staaten Ioniens gegonnen haben, neben Elektron auch Silber auszuprägen, ist bisher nicht eindeutig bestimmt worden1. Die Münzpolitik der lydischen Könige gibt uns einen gewissen Anhaltspunkt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Alyattes, von dem wir nur Elektronmünzen kennen, unternahm es Kroisos offenbar bald nach seinem Regierungsantritt, die Elektronprägung durch eine bimetallische Gold- und Silberwährung zu ersetzen. Mit den lydischen Silberstateren und ihren Halbstücken erschein zum ersten Mal eine gegliederte Silberwährung im Wirtschaftsleben Kleinasiens. Die Handelspartner des lydischen Staates, unter denen Milet eine bevorzugte Stellung einnahm, waren gezwungen, ihre eigen Währungen in irgendeiner Form der neuen Situation anzupassen. Es ist anzunehmen, daß sie zu dieser Zeit, also Mitte des Jahrhunderts, zur Ausprägung von Silber geschritten sind.

The point in time at which the Greek states of Ionia started to mint silver coins alongside electrum issues has not yet been dated definitively.1 The coinage of the Lydian kings gives us some hints. In contrast to his predecessor Alyattes, from whom we know only electrum coins, it seems that Croesus started to replace electrum currency with gold and silver coins soon after his accession to the throne. The Lydian silver staters and half-staters were the first structured silver currency in Asia Minor. Lydia’s trading partners, among whom Miletus was one of the most important, were forced to adjust their currencies in some way to the new situation. It is thus likely that they started to mint silver at about this time, in the mid-sixth century BC.

Systematisch hat es bisher nur E. Babelon versucht, die während des 6. Jahrhunderts in Milet geprägten Silbermünzen zusammenzustellen2. Babelon unterscheidet zwei Gruppen von Silbermünzen. Dir erste besteht aus Stücken, deren Gewicht zwischen 1,24 g und 1,15 g schwankt und die offenbar den zwölften Teil eines milesischen Staters von etwa 14,00 g repräsentieren3. Sie zeigen auf ser Vorderseite die nach rechts oder links gerichtete Protome eines liegenden Löwen, der den Kopf gewendet hat. Auf der Rückseite erscheint in einem Quadratum incusum ein Blütenornament4. Die Zuweisung dieser Stücke nach Milet ist, wie die Prägungen des 4. und 3. Jahrhunderts v. Chr. zeigen, gesichert.

The only previous systematic attempt to arrange the Milesian silver coinage of the sixth century is that of Ernest Babelon.2 He differentiated two groups of silver coins. The first contains pieces which weigh between 1.15 and 1.24 g and thus seem to represent 1/12 of a Milesian stater of 14.00 g.3 On the obverse they show a lion protome left or right, while on the reverse there is a flower-ornament within a square incuse.4 The assignment of these pieces to Miletus is assured, as shown by coins from the fourth and third century BC. { These are the familiar archaic twelfth staters that are found in many collections. —RJO }

Babelon stellt an den Anfang der Reihe ein Stück aus Paris, das auf der Vorderseite deutlich einen nach links gerichteten Löwenkopf mit unter ihm liegender Tatze, auf dem Revers ein ungegliedertes Quadratum incusum zeigt5. Die Zuweisung dieses Typs an Milet erscheint mir unzutreffend. Die darauf erscheinende Löwenprotome entspricht nicht dem Wappentier von Milet, das entweder nur als Kopf oder als Protome mit gewendetem Kopf auf den Zwölftelstateren erscheint. Auf der bei Babelon abgebildeten Münze ist am rechten Rand noch deutlich der Schulteransatz { 6 } zu erkennen, die Tatze ist nach links in der Richtung des Löwenkopfes gestreckt. Diese Darstellung der Protome ist uns aus karischen Prägungen bekannt. Die Ausführung des Kopfes mit dem kurzen, kräftig modellierten Gesicht und dem Kranz, den die erste Haarreihe der Mähne bildet, die dahinter dann punktiert erscheint, läßt es schon aus stilistischen Gründen unmöglich erscheinen, daß diese Prägung früher entstanded ist als die andern bei Babelon abgebildeten Stücke, die auf dem Revers das Blütenornament tragen. Die Darstellung ist vielmehr in die Zeit gegen 500 v. Chr. zu datieren und findet ihre Entsprechung in den bei Babelon abgebildeten karischen Prägungen ohne gesicherte Prägeorte6.

Babelon considered a coin from Paris, which shows a lion’s head left with its paw below on the obverse and a square incuse on the reverse, to be the first in the series.5 I think this assignment is wrong. The lion’s protome does not match the heraldic animal of Miletus, which appears either only as a head or as a protome with reverted head on the 1/12 staters. On the coin shown by Babelon one can clearly make out a part of the shoulder, and the paw is stretched left in the direction of the lion’s head. This image of the protome is known from Carian coins. The execution of the head with a short but forcefully-modelled face, and the “wreath” that forms the first part of the mane which then appears dotted behind, make it impossible on stylistic grounds for this issue to be earlier than the pieces shown by Babelon with the flower-ornament on the reverse. On the contrary, this coin dates to about 500 BC and finds its counterparts in the issues shown by Babelon as Carian coins from uncertain mints.6

In der zweiten Gruppe Babelons sind verscheidene Nominale zussamengefaßt, denen die Aversdarstellung eines von oben gesehenen mähnenlosen Löwenkopfs gemeinsam ist. Dabei kann für das erste Stück, bei dem auch Babelon Bedenken hatte, die Zuweisung an Milet nicht länger aufrecht erhalten werden7. Weder das Gewicht (4,08 g) noch der Reverstyp, ein Quadratum incusum mit parallelen Linien, geben einen sicheren Anhaltspunkt dafür, daß es sich bei dem Stück um eine milesische Prägung handelt. Die Zuweisung der folgenden Münze dagegen an Milet erscheint uns gerechtfertigt8. Sie wiegt 1,76 g und zeigt aud dem Avers einen von oben gesehenen mähnenlosen Löwenkopf in einem Perlquadrat, auf der Rückseite erscheint der Blütenstern in einem Quadratum incusum, umgeben von einem kleineren und einem größeren Linienquadrat, deren Zwischenräume mit Strichen ausgefüllt sind. Neben dem für Milet charakteristischen Blütenornament macht auch die technische Ausführung der Reversdarstellung – die eine Seite des Quadratum incusum springt in die Darstellung vor –, die wir auch bei den Zwölftelstateren finden, die Zuweisung an Milet sicher. Bei dem Nominal handelt es sich um den achten Teil eines Staters.

In the second group, Babelon summarized differing denominations which all show a mane-less lion head from above on the obverse. Thereby, the first piece, on which already Babelon himself had some doubts, cannot be allocated to Miletus anymore.7 Neither the weight (4.08 g) nor the reverse type, a square incuse with parallel lines, gives any secure hint that the coin is of Milesian origin, whereas the allocation of the following coin to Miletus seems to be justifiable.8 It weighs 1.76 g and shows a mane-less lion head in a dotted square seen from above, while the reverse shows a floral star in a square incuse, surrounded by a smaller and a bigger linear square, the intermediate space being filled with lines. Beyond the typical floral ornament it is also the technical execution of the reverse, where one side of the square incuse “jumps into the image” in a manner also seen on the 1/12 staters, which justifies the assignment of this coin to Miletus. The denomination of this piece is 1/8 stater.

Das folgende Stück mit der Mummer 434 trägt auf dem Avers denselben löwenkopf, auf der Rückseite den Blütenstern im Quadratum incusum9. Sein Gewicht beträgt, 0.76 g. Es entspricht den in der Sylloge v. Aulock unter Milet abgebildeten Exemplaren, die auf dem Revers deutlich um den Blütenstern herum ein Perlquadrat innerhalb des Quadratum incusum zeigen10. Das Perlquadrat der Rückseite entspricht der Darstellung auf dem Achtelstater. Das Nominal repräsentiert eine Sechzhentelstater, das Halbstück des Achtelstaters.

The following piece, number 434, has the same lion head on the obverse while showing the floral star in a square incuse on the reverse.9 Its weight is 0.76 g. It matches the Milesian pieces shown in SNG von Aulock, which clearly show a dotted square surrounding a floral star within a square incuse.10 The dotted square on the reverse matches the 1/8 stater. The denomination is 1/16 stater, half of a 1/8 stater.

Zu diesen bei Babelon zusammengestellten Prägungen tritt eine Silbermünze aus dem Münzkabinett München, die auf der Vorderseite einen von oben gesehenen mähnenlosen Löwenkopf in einem Perldreieck, auf dem Revers die Blüte im Quadratum incusum zeigt. Ihr Gewicht beträgt 0,192 g11. Die Oberfläche ist stark korrodiert. Bei dem Nominal handelt es sich um einen Vierundsechzigstelstater, den vierten Teil des oben beschreibenen Sechzehntelstaters. Im Besitz der Verfasserin befinden sich zwei Exemplare vom gleichen Typ, die 0,365 und 0,34 g wiegen. Die Stücke erweisen sich als 1/32 Statere und komplettieren das System.

To the coins assembled by Babelon, a coin from the Münzkabinett München should be added: it shows a mane-less lion head seen from above on the obverse and a flower in a square incuse on the reverse. Its weight is 0.192 g, and its surface is heavily corroded.11 The denomination is 1/64 stater, a quarter of the 1/16 stater described above. Two other coins of similar type, weighing 0.365 and 0.34 g each, are in the possession of the author. Those pieces show themselves to be 1/32 staters and complete the system. { These coins make up what I call the dotted lion-mask series. —RJO }

So ergibt sich für die bisher Milet zugewiesenen Silbermünzen folgendes System wobei festzuhalten ist, daß ein Stater zu zwei Drachmen des milesischen Münzfußes 14 g weigt: { 7 }

1.1/8 Stater1,76 gLöwenkopf von oben / Blüte
2.1/12 Stater1,20 gLöwenprotome / Blüte
3.1/16 Stater0,79 gwie bei 1
4.1/32 Stater0,35 gwie bei 1
5.1/64 Stater0,02 gwie bei 1

So from the silver coins assigned to Miletus so far, one can derive the following system (while accepting that one stater of two Milesian drachmas weighs 14 g):

1.1/8 Stater1.76 glion head from above / flower
2.1/12 Stater1.20 glion protome / flower
3.1/16 Stater0.79 glike number 1
4.1/32 Stater0.35 glike number 1
5.1/64 Stater0.02 glike number 1

Innerhalb dieses Systems bilden die Nummern 1, 3, 4 und 5 eine eigene Gruppe, weil sie untereinander teilbar sind. Der 1/12 Stater nimmt durch sein Gewicht und seine Vorderseite dagegen eine Sonderstellung ein. Erst drei 1/12 Statere lassen sich gegen zwei 1/8 Statere oder vier 1/16 Statere oder acht 1/32 Statere oder sechzhen 1/64 Statere wechseln. Die direkte Tauschbarkeit der Nominale 1, 3, 4 und 5 ist durch den gemeinsamen Averstyp angedeutet.

Within this system, numbers 1, 3, 4, and 5 form a group because they are divisible among each other. The 1/12 stater, however, has an exceptional position because of its weight and its obverse. It would be possible to exchange it with the other denominations only when you have at least three 1/12 pieces, which are equal to two 1/8 or four 1/16 or eight 1/32 or sixteen 1/64 staters. That direct exchange is possible among numbers 1, 3, 4, and 5 is implied by their shared obverse type.

Im Katalog des Britischen Museum und der «History of Ancient Coinage» von P. Gardner werden Milet Silberstatere zugewiesen, die auf dem Avers eine Löwenprotome mit gewendetem Kopf, auf dem Revers ein robes Incusum oder einem Blütenstern im Incusum zeigen und nur ungefähr 11,80 g weigen12. Dies ist bereits 1907 von Babelon abgelehnt worden13. Head begründete die Zuweisung an Milet damit, daß eine Reihe dieser Statere die Inschrift ΟΥΛ trägt, die von ihm als «Ouliades» erklärt wird und mit einem Beinamen des Apollon in Milet, Oulias, zusammenenhängen könne14. Gegen die Zuweisung an Milet sprechen in erster Linie das viel geringere Gewicht, die andere Darstellung und der Unterschied im Stil. Bei den Stücken mit Blütenornament im Quadratum incusum ist außerdem der Unterscheid zu den in Milet üblishen Formen des Blütenornamentes aufschlußreich.

In Barclay Head’s British Museum Catalogue and in “History of Ancient Coinage” by Percy Gardner, silver staters depicting a lion’s protome with turned head on the obverse and a crude uncuse or a floral star in an incuse on reverse, weighing just about 11.80 g, have been assigned to Miletus.12 This had already been rejected by Babelon in 1907.13 Head based his attribution to Miletus on the legend ΟΥΛ, visible on several of these staters, which he read as “Ouliades” and connected with one of the surnames of Milesian Apollo, Oulias.14 But the light weight, the different motive and the difference in style do not support this attribution. Also, on the pieces with a floral star in a square incuse, the difference from the usual varieties of the flower ornament is conclusive.

Die Darstellung der Löwenprotome auf diesen Silberstateren wirkt auf den ersten Blick früharchaisch, was immer wieder zu einer Datierung ins frühe 6. Jahrhundert geführt hat15. Es läßt sich jedoch leicht erkennen, daß sie scheinbar früharchaischen Elemente auf die Ungeübtheit des Stempelscheiders zurückzuführen sind, der offenbar eine Vorlage kopiert hat. Das charakteristische Stilmerkal, unorganisches Nebeneinander bewegt durchgebildeter Einzelelemente, deuter darauf hin, daß die Darstellung in einem Randgebeit der griechischen Welt gegen Ende des 6. Jahrhunderts entstanden ist und daß dem Stempelschneider ein spätarchaischer Entwurf als Vorbild gedient haben muß. Es kann sich dabei nicht um eine Prägung von Milet gehandelt haben, da dort die Löwenprotome anders dargestellt wird. Dagegen liegt es nahe, das mögliche Vorbild in der Darstellung der Löwenprotome der Prägungen von Kardia auf der thrakischen Cherronesos zu sehen16. Dieses ist vom Stempelschneider seitenverkehrt kopiert worden. Ebenso wie die Darstellung der Vorderseite ist auch die Aufteilung im Incusum von den frühen Prägungen von Kardia kopiert worden, die Seltman in die Zeit des ionischen Aufstandes datiert hat17. Das später auftretende Blütenornament dagegen kann nach milesischen Vorbildern gestaltet worden sein.

The depiction of the lion’s protome on those silver staters looks early archaic prima facie, and this has led to a dating in the early sixth century BC again and again.15 It is easily distinguishable, though, that those seeming early archaic elements derive from the inexperience of the die cutter, who apparently copied a different piece. The distinctive sign of style, inorganic side by side, moved by composed single elements, indicates a late sixth century provenance from a borderland of the Greek world and that the die cutter used a late archaic type as example. Because of the different depiction of the lion’s protome, the model coin cannot have been Milesian. It suggests, on the other hand, the lion protome on the coins of Kardia on the Thracian Cherronesos as prototype.16 This motive has been copied inverted by the die cutter. As in the depiction of the obverse, the arrangement of the incuse has also been copied from the early coins of Kardia, which Seltman dated to the time of the Ionian Revolt.17 The later-appearing flower ornament may have been copied from Milesian prototypes, though.

Ein anderes Silbernominal von rund 2,00 g Gewicht ist sicher in Milet entstanden. Es trägt auf dem Avers die Darstellung eines sich zum Sprung duckenden Löwen, auf dem Revers das Blütenornament der 1/12 Statere18. Babelon weist diese Stücke, in { 8 } denen er Hemidrachmen nach dem attischen Standard erblickt, der Periode nach dem Wiederaufbau zu. Dagegen glaubt Gardner, daß diese Prägung im Zusammenhang mit dem ionischen Aufstand entstanden ist19.

A different silver denomination, weighting approximately 2.00 g, surely is of Milesian origin. It depicts a crouching lion in a jumping pose on the obverse and the flower ornament of the 1/12 staters on the reverse.18 Babelon attributed those pieces, which he sees as hemidrachms on the Attic standard, to the period after the rebuilding. Gardner, on the other hand, thinks that these coins were struck during the Ionian Revolt.19

Im Münzhandel wurde bereits eine kleine Silbermünze Milet zugeweisen, die auf der Vorderseite die Löwenprotome der Obolen, auf dem Revers einen Laufvogel zwischen zwei Kugeln im Incusum zeigt. Sie etwa 0,25 g20. Wie die unten besprochen Funde zeigen, ist diese Zuweisung gerechtfertigt.

In the coin trade, a small silver fraction showing the lion protome of the obols on the obverse and a cursorial bird between two pellets on the reverse, has already been attributed to Miletus. It weighs approximately 0.25 g.20 Finds which will be discussed below confirm this attribution. { These are the small lion/bird fractions, which in fact seem to have been issued in two different denominations. —RJO }

Die Funde bringen außerdem noch weitere Kleinmünzen, von denen bisher nicht bekannt war, daß sie in Milet geprägt worden sind.

In addition, these finds reveal further fractions which hitherto were not known to have been struck in Miletus.

Innerhalb der skizzierten Silberprägung spielen die 1/12 Statere eine besondere Rolle. Sie sind in den Sammlungen, gemessen an den übrigen milesischen Prägungen sehr zahlreich vertreten und tauchen auch im Handel immer wieder auf. Sie scheinen also in großen Mengen geprägt worden zu sein. Außerdem tragen sie auf dem Avers das Hoheitszeichen der Polis, den sich umwendenden Löwen. Die massenhafte Ausprägung und der offizielle Charakter dieser Stücke, die außerdem nur mühsam gegen die übrigen milesischen Silbermünzen umgetauscht werden konnten, lassen vermuten, daß ihnen im Rahmen der milesischen Finanzpolitik eine besondere Rolle zugedacht war: Sie waren für den internationalen Zahlungsverkehr bestimmt. Diese These wird durch die Funde unterstützt. Die 1/12 Statere begegnen uns mit sechs Stücken im sogenannten «Delta Hoard» aus Ägypten und machen 25% dieses Fundes aus21. In der Sylloge Copenhagen finden wir bei zwei Exemplaren die Angabe, daß sie aus Myndos kommen22.

Within the outlined silver coinage, the 1/12 staters play a special role. Compared to the other Milesian coinage, they are represented in relatively large numbers in collections and in the coin trade. It seems, therefore, that they were struck in large quantities. Moreover, they bear the emblem of the polis on the obverse, the back-looking lion. The apparently plentiful striking and the official character of this type, which, furthermore, could only painfully be exchanged against other Milesian silver coins, lead to the conclusion that they played a special role in Milesian financial policy: they were struck for international payments. This thesis gets supports from the finds. We encounter six 1/12 staters (25% of the hoard) in the so-called “Delta Hoard” from Egypt.21 In SNG Copenhagen, two of these pieces are described as coming from Myndos.22

Die 1/12 Statere sind in der archaischen Periode ununterbrochen geprägt worden. Sie bilden das Rückgrat der milesischen Währung. Die Darstellung der Löwenprotome unterliegt einem stilistischen Wandel. Der das Bild beherrschende Kopf ist zuerst aus seinen verschiedenen Partien zussamengesetzt. Allmählich setzt sich dann eine Fassung durch, in der die additive Gestaltung von einer Plastizität abgelöst wird, die nun die Teile stärker aufeinander abstimmt23.

The 1/12 staters were continuously struck during the archaic period. They formed the backbone of the Milesian coinage. The depiction of the lion’s protome undergoes a stylistic change. First, the predominant lion’s head is composed by different parts. Bit by bit, a form prevails in which the additive style is replaced by a plasticity, which, in turn, coordinates the different parts more strongly.23

II. Der Zwölftelstater als Leittyp

Bei der Darstellung der Löwenprotome lassen sich deutlich drei verschiedene Typen unterscheiden, die wir mit den Buchstaben A bis C bezeichnen. An ihnen zeigt sich die progressive Entwicklung der Löwendarstellung innerhalb der spätarchaischen Periode. Die 1/12-Staterprägung beginnt mit der Emission eines Typus, dessen Vorderseite die Darstellung einer nach links oder rechts gerichteten Löwenprotome mit zurückgewandtem Kopf zeigt24. Der Kopf, der in der Darstellung dominiert, glieden sich in einer im oberen Drittel leicht gekrümmten geraden Linie, die durch die erste vertikale Reihe der durch mehr oder weniger punktartigen Strichreihen gegliederten Mähne gebildert wird. Entweder in dieser ersten oder in der folgenden Reihe ist ein { 9 } spitzes Oht von unterschiedlicher Länge angesetzt. Der aufgerissene Rachen teilt das Gesicht in ein oberes Feld mit Oberkiefer, Nase, Augen- und Stirnpartie sowie ein unteres mit den Kinnbacken. Beide Partien sind plastisch durchgebildet und werden durch die etwas zurücktretende Wangenpartie verbunden. Aus dem geöffneten Rachen, dessen Eckzähne deutlich zu erkennen sind, hängt keineswegs, wie häufig angenommen wird, eine rechtwinklig gebogene lange Zunge heraus, sondernes zeigt sich die Rückenlinie. Eine im rechten Winkel an sie angesetze Gerade bildet die Abschlußlinie der Protome. Der Schulter wird nur wenig Platz eingeräumt. Dagegen tritt die unter dem Kopf liegende Tatze deutlich hervor, ist aber meistens «hors flan».

II. The Twelfth Stater as the Leading Type

In the depiction of the lion’s protome, one can clearly make out three different types which we will name Type A to Type C. They show the progressive development of the lion’s depiction within the late archaic period. The emission of the 1/12 staters starts with the issue of a type showing a lion’s protome turned left or right, looking back, on the obverse.24 The head, dominating the scene, is arranged by a slightly bent straight line in the upper one third, which is formed by the first vertical row of the dotted-like row of lines which form the lion’s mane. Either in this first or in the second row a spiky ear of varying length is added. The wide opened throat divides the face into an upper field with upper jaw, nose, eyes and forehead and a lower field with the lower jaw. Both parts are plastically formed and connected by a receding cheek. Out of the back, in which the canines are clearly visible, there is not, as usually assumed, a right-angled bent long tongue hanging, but instead the line of the back is visible. A straight line, added in right angle, forms the final line of the protome. There is not much space for the shoulder. The paw, on the other hand, is depicted very clearly, but is usually “hors flan” (off the flan).

Der Typ A begegnet uns auf den Prägungen in mehreren Varianten. Anfangs besteht die Mähne aus länglichen Punkten, die in acht oder sechs Reihen angeordnet sind. Später werden die Mähnenstriche länger und weicher. Das verschieden lange spitze Ohr setzt bei der letzten Serie dieses Typus in der zweiten Reihe der Mähne – vom Gesicht her – an.

We encounter several varieties of Type A. First, the mane is composed of either six or eight lines of longish dots. Later, the mane lines become longer and softer. The ear, of variable length, is placed at the second row of the mane—seen from the face—on the last issue of this type.

Der folgende Typ B ist die Weiterführung von Typ A. Die entscheidende Veränderung liegt darin, daß zugunsten einer unverkennbaren Betonung der Protome die Größe von Kopf und Tatze reduziert wird, während die Schulter an Volumen gewinnt25. Die Löwenprotome erscheint nicht mehr als Zusammensetzung von Kopf und darunter liegender Tatze, sondern vermittelt den mehr realistischen Eindruck eines liegenden Löwenvorderteils mit zurückgewandtem Kopf. Das Gesicht des Löwen erscheint weicher und zeigt nicht mehr die maskenhafte Starre, die bei aller Modellietung dem Typ A anhaftet. Bei der Ausbildung der Protome wie bei der Behandlung des Kopfes ist die Neigung zum Realismus unverkennbar.

The following Type B is a continuation of Type A. The determining modification is formed by a reduction in the breadth of the head and the paw while the shoulder gets bigger.25 The lion’s protome doesn’t appear anymore to be a composition of a head and a paw, but it looks like a more realistic lion’s forepart with head turned back. The lion’s face is depicted softer and doesn’t appear that rigid anymore like on Type A. Both in the depiction of the protome and in the treatment of the head, a tendency towards realism is distinctive.

Im Gegensatz zu Typus A erscheint der Typus B nur verhältnismäßig kurze Zeit auf der Münzen. Er wird durch den von uns als C bezeichneten Typ abgelöst26. Stilistisch gesehen ist Typ C seinen Vorgängern an Qualität weit unterlegen. Die einzelnen Darstellungen zeigen keine einheitliche Konzeption und lassen sich nur schwer auf einen Nenner bringen. Charakteristisch sind folgende Elemente: Das Gesicht und die Mähnenpartie, d.h. überhaupt die ganze Protome, sind verkürzt, was dem Kopf einen gedrungenen Ausdruck verleiht. Zugleich ist die Modellierung des Gesichts einfacher und kräftiger durchgeführt. Eine vertiefte Linie trennt das Gesicht von der Mähnenpartie und verstärkt dessen aufgeblähten Eindruck. Die Mähne besteht jetzt meist nur aus vier Strichrheihen. Auf manchen Stücken ist die plastische Durchbildung so weit getrieben, daß die einzelnen Reihen der Mähne deutlich Stufen bilden. Das Ohr ist spitz.

In contrast to Type A, Type B only appears for a short time on the coins. It is replaced by our so-called Type C.26 Stylistically, Type C is inferior to its predecessors. The separate depictions do not show a consistent conception and can hardly be brought down to a common denominator. The following elements are characteristic: the face and the mane, and so the whole protome, have been shortened, which gives the head a compact appearance. At the same time, the modelling of the face is simpler and firmer. A deepened line separates the face from the mane and leads to a bloated impression. The mane is usually formed by just four rows of lines now. On some pieces, the plastic appearance has gone so far, that the single rows of the mane form distinct steps. The ear is pointed.

Alle 1/12 Statere tragen auf der Rückseite in einem inkusen Quadrat ein Blütenornament, dessen besondere Form offenbar für Milet charakteristisch ist. Innerhalb der archaischen Periode lassen sich drei verschiedene Typen dieses Ornaments unterscheiden, die wir mit den Zahlen 1 bis 3 bezeichnen.

All 1/12 staters do show a flower ornament in an incuse square on the reverse; this particular form seems to be characteristic for Miletus. Within the archaic period, we can separate three different ornament types which we designate by the numbers 1–3.

Typ 1 unterscheidet sich durch seine «offene» Form von Typ 2, d.h. die fast halbkreisfömigen Bögen, welche die als Blütenblätter gedachten, ellipsenförmigen Erhebungen von der im Zentrum des Quadrats liegenden Kugel, dem Blütenstempel, deut-{ 10 }lich trennen, sind zu den Ecken des Quadrats hin offen. In den freien Raum zwischen den Bögen ist jeweils ein kurzer Strich gesetzt27. Dieser Rückseitentyp erscheint in Verbindung mit dem Vorderseitentyp A und wird bald von einer neuen Fassung abgelöst.

Type 1 differs from Type 2 by its “open” form, that is to say, the almost semicircular arcs, which clearly separate the flower petals from the dot in the middle forming the center of the flower, are opened to the edge. In each case, there is a short line in the free spaces between the arcs.27 This reverse type occurs with obverse Type A and is soon replaced by a newer form.

Typ 2 zeigt ebenfalls das aus dem Blütenstempel und den vier Blütenblättern gebildete kreuzförmige Ornament. Die halbkreisförmigen Bögen sind aber um die Zentralkugel zu einer geschlossen fast quadratischen Figur zusammengezogen worden, deren Ecken jeweils auf die Mitte der Seiten des inkusen Quadrats zeigen28. An den Ecken des Liniequadrats erscheinen zwischen den Blütenblättern jeweils aus drei Strichen bestehende Büschel, die aus den über den Schnittpunkt hinausgeführten Seitenlinien und einem an der Ecke angesetzten Strich gebildet werden. Diese Büschel stellen die Staubgefäße der Blüte dar. Typ 2 tritt im allgemeinen mit geraden Seiten des Linienquadrats auf. Die Variante, bei der die Linien nach innen geschwungen sind, bezeichnen wir mit 2a, die Darstellung, bei der die Staubgefäße an den Enden durch Kugeln deutlich verdickt sind, mit 2b und schließlich die Variante mit der ungewöhnlich großen Ausbildung des Blütenstempels mit 2c. Der Reverstyp 2 begegnet uns in Verbindung mit den Averstypen A, B und zuweilen auch C.

Type 2 also shows the cruciform ornament composed by the center of the flower and the four petals. But the semicircular arcs have been drawn together around the central bowl so they form an almost quadratic figure, with the corners of each one pointing towards the center of the sides of the incuse square.28 Between the petals, in the corners of the linear square, small tufts of three lines each appear, which are composed by the branch lines and one line set in the nook. Those tufts are the stamens of the flower. Type 2 usually appears with a linear square with straight sides. We call the variety on which the lines are curved inside, Type 2a; the depiction with the thickened stamen, Type 2b; and, finally, we call the variety with the unusually big flower center, Type 2c. The reverse Type 2 appears in combination with the obverse Types A and B and sometimes with C as well.

Typ 3 erweist sich als stark vereinfachte Darstellung von Typ 229. Das Linienquadrat um den Blütenstempel ist weggelassen worden. Zwischen den Blütenblättern erscheinen die Bündel der Staubgefäße ohne Verbindung. Dieser Reverstyp wird nur mit dem Vorderseitentyp C verbunden.

Type 3 is a simplified depiction of Type 2.29 The linear square around the flower center has been omitted. Between the petals, the bundles of the stamens are not connected. This reverse type is only connected with obverse Type C.

Unter Berücksichtigung der oben aufgezeigten Tendenzen bei der Behandlung der Vorder- und Rückseiten lassen sich folgende Serien zusammenstellen, deren Abfolge einer relativen Chronolgie entspricht. Die einzelnen Serien wiederum werden, entsprechend ihrer Zusammengehörigkeit, zu Gruppen zusammengefaßt.

In consideration of the tendencies shown above by the obverses and reverses, we can compose the following series, the sequence of which forms a relative chronology. The individual series are placed into groups according to their shared identities.

Gruppe I
Serie 1 Vs: Typ A Protome, Kopf l., großes spitzes Ohr in der ersten vertikalen Reihe, Punktmähne in acht Reihen30
Rs: Typ 1
Serie 2 Vs: Typ A Darstellung wie Serie 131
Rs: Typ 2
Serie 3 Vs: Typ A Protome, Kopf l., spitzes Ohr, länger oder kürzer in der ersten Reihe, Punktmähne in sechs Reihen32
Rs: Typ 2
Serie 4 Vs: Typ A Protome, Kopf r., großes spitzes Ohr in der ersten oder zweiten Reihe33
Rs: Typ 2{ 11 }
Serie 5 Vs: Typ A Protome, Kopf r. oder l., großes Ohr in der zweiten Reihe.34
Rs: Typ 2b
Gruppe II
Serie 6 Vs: Typ B Protome, Kopf l., spitzes Ohr35.
Rs: Typ 2 oder 2a oder 2b
Serie 7 Vs: Typ B Protome, Kopf r.36
Rs: Typ 2
Gruppe III
Serie 8 Vs: Typ C Protome, Kopf r. oder l.37
Rs: Typ 2c oder 3
Serie 9 Vs: Typ C Protome, Kopf l. oder r.38
Rs: Typ 2c oder 3
Group I
Series 1 Obv: Type A protome, head left, large pointed ear in the first vertical row, mane-points in eight rows30
Rev: Type 1
Series 2 Obv: Type A represented as in Series 131
Rev: Type 2
Series 3 Obv: Type A protome, head left, pointed ear, longer or shorter in the first row, mane-points in six rows32
Rev: Type 2
Series 4 Obv: Type A protome, head right, large pointed ear in the first or second row33
Rev: Type 2
Series 5 Obv: Type A protome, head right or left, large ear in the second row34
Rev: Type 2b
Group II
Series 6 Obv: Type B protome, head left, pointed ear35
Rev: Type 2 or 2a or 2b
Series 7 Obv: Type B protome, head right36
Rev: Type 2
Group III
Series 8 Obv: Type C protome, head right or left37
Rev: Type 2c or 3
Series 9 Obv: Type C protome, head left or right38
Rev: Type 2c or 3

III. Die Datierung des Leittyps

Die Zuweisung der oben beschreibenen Serien des 1/12 Staters in die Zeit vor der Zerstörung Milets im Jahre 494 v. Chr. wird durch die Münzfunde bestätigt. Vier solcher Funde sind publiziert39. Drei weitere Fundzusammenhänge können aus den Herkunftsangaben der Sylloge Copenhagen und der staatlichen Sammlung in München erschlossen werden40. Außerdem hat die Verfasserin zwei Funde mit Münzen von Milet in Handel verfolgen können. Sechs von diesen neun Funden enthalten Prägungen der archaischen Zeit und drei solche des 5. Jahrhunderts. In keinem der Funde treten sie gemischt auf. Diese Beobachtung deutet darauf hin, daß zwischen der Zerstörung der Polis und der Wiederaufnahme der Prägung im 5. Jahrhundert ein größerer Zeitraum liegt.

III. Dating of the Main Type

The attribution of the series of 1/12 staters described above to the time prior to the destruction of Miletus in 494 BC is confirmed by coin finds. Four finds have been published.39 Another three can be reconstructed out of the provenance notes of SNG Copenhagen and the public collection in Munich.40 Furthermore, the author was able to track two hoards with Milesian coins in the coin trade. Six out of those nine finds contain archaic issues; the other three are from the 5th century BC. None of those hoards contained mixed issues. This observation indicates that there was a long period of time between the destruction of the city and the resumption of coinage in the 5th century.

A. Der «Delta-Hoard» von 1887 enthält neben anderen Prägungen der archaischen Zeit sechs 1/12 Statere oder Obolen von Milet41. Es handelt sich um folgende Stücke:

Nr. des FundesErhaltungszustandUnsere Gliederung
10stark zerstörtSerie 3
11Serie 5
12Oberfläche zerstortSerie 7
13Serie 7
14Serie 7
15Stempel verrutschtvermutlich Serie 7

A. The “Delta Hoard” from 1887 contains, besides other archaic coins, six 1/12 staters or obols from Miletus:41

Number of the findConditionOur arrangement
10strongly corrodedSeries 3
11Series 5
12surface corrodedSeries 7
13Series 7
14Series 7
15die slippedprobably Series 7

Der Fund ist gegen das Endes des 6. Jahrhunderts vergraben worden. { 12 }

The hoard was buried at the end of the 6th century BC.

B. Der Fund von Damanhur aus dem Jahre 1901 beitet ein ähnliches Bild42. Von den 174 bekannt gemachten Stücken sind 19 Prägungen von Milet. Das einzige abgebildete Exemplar repräsentiert unseren Typ der Serie 7. Zehn der 1/12 Statere zeigen eine Protome mit nach links gewandtem, neun eine solche mit nach rechts gewandtem Kopf. Der Fund ist gegen 500 v. Chr. vergraben worden.

B. The Damhanhur Hoard from 1901 provides a similar picture.42 Out of the 174 published coins, 19 are from Miletus. The only pictured specimen represents an example of our Series 7. Ten of the 1/12 staters show a protome with head left, nine one with head right. The hoard was buried around 500 BC.

C. In der SNG Copenhagen sind drei Stücke mit der Bemerkung versehen, daß sie zusammen gefunden und 1897 erworben worden sind:

Cop. 947Serie 6
Cop. 948Serie 6
Cop. 953Serie 7

C. In SNG Copenhagen, three pieces are catalogued with the remark that they were found together and purchased in 1897:

Cop. 947Series 6
Cop. 948Series 6
Cop. 953Series 7

D. Zwei weitere Stücke der SNG Copenhagen sind mit der Anmerkung versehen, daß sie aus Myndos stammen:

Cop. 945Serie 4
Cop. 949Serie 4

D. Two further coins from SNG Copenhagen are listed with the comment that they were from Myndos:

Cop. 945Series 4
Cop. 949Series 4

E. Im Jahre 1960 sah die Verfasserin im Münzhandel einen Fund aus Anatolien. Er bestand aus zehn 1/12 Stateren der Serien 3 bis 5. Vie Verfasserin erwarb aus diesem Fund je ein Exemplar der Serie 3 und 5. Die Umstände verhinderten eine genauere Erfassung des fundes.

E. In 1960 the author saw an Anatolian hoard on the market. It contained ten 1/12 staters from Series 3 to 5. Out of this hoard, the author purchased a specimen each from Series 3 to 5. The circumstances made it impossible to analyse this hoard.

F. Im Jahre 1962 erhielt die Verfasserin einen aus 23 Kleinsilbermünzen bestehenden Fund zur Ansicht43. Er bestand aus 22 Stücken von Milet und einem Obol von Eretria und sollte als geschlossener Fundkomplex aus Anatolien stammen. Für die Zuverlässigkeit dieser Angabe sprach, daß mit Ausnahme von drei Stücken alle anderen Exemplare nach der Reinigung die gleiche graue und zerfressene Oberfläche aufwiesen, die offenbar auf eine gemeinsame Lagerung der stark legiertenten Silbermünzen zurückzuführen ist. Trotz der Zerstörung der Oberfläche konnte man erkennen daß die Masse der Stücke wenig oder gar nicht umgelaufen war. Der Fund setze sich aus folgenden Stücken zusammen:

F. In 1962 the author looked at a hoard of 23 silver fractions.43 It contained 22 Milesian coins and one obol from Eretria, and was said to be an en bloc finding from Anatolia. The fact that all but three coins showed the same rough and corroded surfaces after cleaning supported this information. Despite of the destroyed surfaces one could recognize that most of the pieces had not or had just briefly circulated. The hoard contained the following pieces:

Eretria

Obol, Bukranion. Quadratisch zusammengesetztes Muster aus vier verschieden großen rechteckigen und quadratischen Inkusen44. Nichtkorrodiertes Silber, abgegriffen. { 13 }

Obol, Bucranium. Square composed of four rectangular and quadratic incuses of different sizes.44 Not corroded silver, worn.

Milet

1/12 Statere
1.Serie 1nichtkorrodiertes Silber, abgegriffen
2.Serie 4 oder 5wie 1.
3.Serie ?zerstört
4.Serie ?wie 3.
5.Serie 6stempelfrisch, korrodiert
6.Serie 7wie 5.
1/48 Statere
7.Löwenprotome, Kopf l., Laufvogel l. in Inkusum45Oberfläche korrodiert
8.wie 7. (?)stark zerstört
9.Löwenprotome, Kopf r., Laufvogel l. zwischen 2 KugelnOberfläche korrodiert
10.wie 9.
11.Löwenprotome, Kopf r., Laufvogel r. zwischen zwei KugelnOberfläche korrodiert46
12.wie 11.
13.wie 11.
14.wie 11.
15.wie 11.
16.wie 11.
1/64 Stater
17.Löwenkopf v. oben, Gorgonenmaske, 0,17 gOberfläche korrodiert
1/96 Statere
18.Sonnenrosette, fünf Kugeln in InkusumOberfläche korrodiert47
19.Wie 18.
20.Wie 18.
21.Wie 18.
22.Wie 18.

Miletus

1/12 Stater
1.Series 1uncorroded silver, worn
2.Series 4 or 5like 1
3.Series ?corroded
4.Series ?like 3
5.Series 6freshly struck, corroded
6.Series 7like 5
1/48 Stater
7.lion protome, head left, running bird left in incuse45surface corroded
8.like 7 (?)strongly corroded
9.lion protome, head right, running bird left between two pelletssurface corroded
10.like 9
11.lion protome, head right, running bird right between two pelletssurface corroded46
12.like 11
13.like 11
14.like 11
15.like 11
16.like 11
1/64 Stater
17.lion head from above, gorgon mask, 0.17 gsurface corroded
1/96 Stater
18.sun-rosette, incuse with five pelletssurface corroded47
19.like 18
20.like 18
21.like 18
22.like 18

Dieser Fund ist äußerst interessant, weil er eindeutig zeigt, daß die Serien 1–5 früher entstanden sein müssen als die Serien 6 und 7: Die Münzen der Serien 1–5 sind abgegriffen, die der Serien 6–7 ebenso wie folgenden Teilstücke frisch erhalten. Außerdem gibt er einen Anhaltspunkt für die Zuweisung der Teilstücke an Milet und weist mit der Nr. 18 einen bisher wohl noch nicht publizierten Typ auf. { 14 }

This find is extremely interesting as it clearly shows that Series 1–5 must have been struck earlier than Series 6–7: the coins from Series 1–5 are worn while the ones from Series 6–7 and the following fractions are almost uncirculated. Furthermore, this hoard gives evidence for the attribution of the fractions to Miletus, and with number 18, it contains an apparently unpublished type.

Die Nr. 1 und 2 sind die ältesten milesischen Münzen des Fundes. Sie bestehen aus unlegiertem Material und zeigen starke Abnutzungsspuren. Alle anderen Münzen sind aus legiertem Silber geprägt und, abgesehen von der Verwitterung der Oberfläche, frisch erhalten. Auch die Nr. 3 und 4, deren Bilder völlig zerstört sind, gehören zu dieser zweiten Gruppe, deren 1/12 Statere den Serien 6 und 7 angehören. Die 1/48 Statere, 1/96 Statere und der 1/64 Statere müssen, nach der Erhaltung und dem Material zu schließen, zusammen mit den 1/12 Stateren der Serien 6 und 7 entstanden sein. Dieser Umstand spricht dafür, daß diese Teilstücke in Milet geprägt worden sind.

Numbers 1 and 2 are the oldest Milesian coins in the hoard. They are from unalloyed metal and are heavily worn. All other coins are from alloyed silver and, apart from the destruction of the surfaces, uncirculated. The second group, the 1/12 staters of which belong to Series 6 and 7, also includes numbers 3 and 4, the images of which are totally destroyed. The preservation and the metal of the 1/48, 1/64 and 1/96 staters shows that they must have been struck at the same time like the 1/12 staters of Series 6–7. This circumstance indicates that those fractions are from Miletus.

Die auf den 1/48 Stateren erscheinende Löwenprotome entspricht in allen Einzelheiten dem Typ B der 1/12 Statere. Mit den Serien 6 und 7, in denen der Typ B auftritt, haben die 1/48 Statere auch gemeinsam, daß bei der einen Serie die Protome nach rechts, auf den beiden folgenden nach links gerichtet ist. Die Nr. 9 und 10 scheinen eine unpublizierte Variante zu repräsentieren. Das Erscheinen des Laufvogels auf den Rückseiten zeigt, daß in dieser Zeit die Münzbeamten Milets das Prinzip, die Rückseiten aller Nominale mit dem Blütenornament zu versehen, aufgegeben haben.

The lion’s protome on the 1/48 staters conforms to Type B on the 1/12 staters. With the Series 6–7, on which Type B appears, the 1/48 staters also share that on one series, the lion’s protome is oriented right, while on the following two, it is shown to the left. Numbers 9 and 10 appear to be an unpublished variety. The appearance of the cursorial bird on the reverses shows that at this time, Miletus’s moneyers had given up the principle of equipping the reverses of all denominations with the flower ornament.

Die Nr. 17 des Fundes muß nach ihrem Gewicht als 1/64 Stater angesprochen werden. Einen 1/64 Stater haben wir bereits oben erwähnt. Er zeigt auf dem Avers einen mähnenlosen Löwenkopf von oben im Perldreieck, auf dem Revers das Blütenornament. Beiden Exemplaren ist die Darstellung der Vorderseite gemeinsam, welche offenbar ausdrückt, daß dieses Nominal nicht in das System 1/12 Stater – 1/48 Stater – 1/96 Stater, sondern in die Reihe 1/8 Stater – 1/16 Stater gehört48. Mit der Reversdarstellung – der Gorgokopf zeigt besonders in der Haarbehandlung arcahische Züge – werden wie beim 1/48 Stater neue Wege beschritten. Ein ähnliches Nominal enthält die SNG v. Aulock49. Die Vorderseite zeigt allerdings einen Löwenkopf oder eine Löwenprotome im Profil. Auf dem Revers erscheint ein weiblicher Kopf im Dreiviertelprofil. Diese Rückseitendarstellung ist bedeutend jünger als die der Nr. 17 des Fundes und weist die Kleinmünze in das 5. Jahrhundert.

According to its weight, number 17 has to be a 1/64 stater. We have already mentioned a 1/64 stater above. On the obverse it shows a mane-less lion’s head, seen from above in a dotted triangle, and on the reverse a flower ornament. Both specimens share that obverse depiction, which apparently reveals that this denomination doesn’t fit into the 1/12-, 1/48- and 1/96-stater system, but instead goes with the 1/8 and 1/16 staters.48 With the reverse depiction–the gorgon head shows archaic elements, especially in the hair style–new ground is broken. SNG von Aulock contains a similar denomination.49 The reverse shows a female head in 3/4 profile, though. This reverse motif is considerably younger than the one from number 17 and places the coin in the 5th century.

Der Typ der 1/96 Statere, die Sonnenrosette, ist wohl wie der Löwe als Anspielung auf der Apollonkult von Didyma zu interpretieren50. Die Reversdarstellung, vier um eine Zentralkugel gruppierte Kugeln, begegnet uns auch auf den milesischen Elektronstateren und kann vielleicht als vereinfachtes Blütenornament erklärt werden51.

The type of the 1/96 staters–the sun-rosette–is probably an allusion to the Apollo cult of Didyma.50 The reverse depiction, four pellets around a central pellet, also appears on Milesian electrum staters and probably is a simplified flower ornament.51 { These are the little-studied eye-swirl/quincunx fractions. —RJO }

Diese Funde rechtfertigen die oben vorgenommene Anordnung des Münzmaterials. Die beiden wichtigsten, A und E, die beide um die gleiche Zeit (kurz vor 500 v. Chr.) vergraben worden sein müssen, verraten uns, daß damals die Serien 6 und 7 im Umlauf waren. Die in diesen beiden Funden auftretenden Exemplare der Serien 1 und 5 weisen, besonders deutlich in Fund E, starke Abnutzungsspuren auf. Sie sind also beträchtlich früher entstanden als die Serien 6 und 7. Fund B bestätigt die Zussammengerörigkeit der Serien 6 und 7, während Fund C und D zeigen, daß die Serien 3 und 5 ungefähr gemeinsam im Umlauf waren. Keiner der funde enthält Exemplare der Serien 8 und 9. Die letzteren sind also nach 500 v. Chr. entstanden. Da sie aber in den Funden des 5. Jahrhunderts nicht auftreten, außerdem im Stil archaisch sind, können { 15 } wir diese beiden Serien in die Zeit zwischen 500 und 494 v. Chr. datieren. Für die Ausprägung der Serien 6 und 7 und deren Teilstücke kann man maximal 20 Jahre ansetzen. Die Serien 1 bis 5 müßten dann vor 520 entstanden sein. Ihr zeitlicher Ansatz kann allein vom Vergleich mit den sicher datierten Prägungen aus dem 6. Jahrhundert her festgelegt werden. Für den Typ A bietet sich zum Vergleich die Prägung der lydischen Könige an. Soweit sich die lydische Prägung fassen läßt, zerfällt sie in zwei Gruppen, die Alyattes und Kroisos zugeschreiben werden. Die Prägungen der zweiten Gruppe der lydischen Münzen fallen demnach in die Zeit von 561 bis 546 v. Chr. Der Typ der Goldstücke des Kroisos wurde nach der persischen Okkupation Lydiens offenbar nach einem reduzierten Standard weiter geprägt, bis gegen 520 v. Chr. under Dareios I. die ersten Emissionen der Dareiken die lydischen Prägungen ablösten.

Those hoards justify the arrangement of Milesian coinage constructed above. The two most important, A and E, which must have been buried at approximately the same time (shortly before 500 BC), show that Series 6 and 7 must have been in circulation at that time. The specimens of Series 1 and 5 that were found in those two hoards (especially in Hoard E) show heavy wear. They thus must have been struck much earlier than Series 6 and 7. Hoard B supports the common bond between Series 6 and 7, while hoards C and D show that Series 3 and 5 circulated at the same time approximately. None of the finds contain specimens of Series 8 and 9. The latter thus date after 500 BC. Since they don’t show up in 5th century hoards, and, furthermore, are of archaic style, we can date them to 500–494 BC. For the issues of Series 6 and 7 and their fractions one can assume a maximum timespan of 20 years. Series 1 to 5 then must have been struck before 520 BC. Their dating can only be determined by a comparison with other 6th century coins for which we have an exact date. For Type A, the coinage of the Lydian kings seems appropriate. From what we know about Lydian issues, we can subdivide it into two groups, which are attributed to Alyattes and Croesus. The coins from the second Lydian group thus date to 561–547 BC. It seems that the Persians continued issuing Croesus’ gold coin types at a reduced standard after they had occupied Lydia until, around 520 BC, the first Darics from Darius I appear.

Ein Vergleich der Löwendarstellungen der Alyattes zugeschriebenen Stücke mit unserem Typ A führt zu keinem Ergebnis. Dagegen zeigen die Löwendarstellungen auf den Gold- und Silberstateren des Kroisos überraschende Übereinstimmung mit einem großen Teil der von uns unter Typ A zusammengefaßten milesischen Darstellungen. Die lydischen Münzen tragen ebenso wie die ersten Serien unserer Gruppe I eine nach rechts gerichtete Löwenprotome, deren Kopf jedoch nicht zurückgewandt ist. Der äußere Umriß und die Proportion der beiden Köpfe sind grundsätzlich verschieden. Die Mähne des Löwen ist auf den lydischen Münzen wesentlich kleiner als auf den milesischen. Das beruht darauf, daß bei dem lydischen Typ der Hinterkopf sehr klein ist und die Mähne den Hals bedeckt, bei dem milesischen Typ dagegen Hinterkopf und Halspartie eine von der Mähne bedeckte Einheit bilden. Die Aufgliederung der Gesichter stimmt dagegen überein. Der Rachen, in dem ebenfalls die Eckzähne sichtbar sind, teilt das Gesicht in eine obere und eine untere Zone. Die obere entspricht der milesischen von Typ A, das Kinn dagegen ist im Verhältnis zu der milesischen Darstelling schaächer ausgebildet. Der milesische Typ A ist also keine Imitation des lysischen Löwentyps, sondern ein durchaus eigenständiger Entwurf eines milesischen Künstlers, der einzelne Formelemente eines lydischen Vorbildes in seine eigene Komposition eines völlig neuen Löwentyps einarbeitet.

A comparison of the lion depictions attributed to Alyattes with our Type A does not lead to any result. One electrum example is included in my collection. —RJO } In contrast, the lion depictions on the gold and silver staters of Croesus show surprising similarities with many of the coins summarized in our Type A. Like the first series of our group I, the Lydian coins show a lion’s protome right, but without the head turned backwards. The outlines and the proportions of the two heads are principally different. The mane is considerably smaller on the Lydian coins than on the Milesian. This is because the Lydian type has a very small back of the head and the mane is covering the neck, while on the Milesian type the back of the head and the neck composes a unity covered by the mane. The composition of the faces, however, does correspond. The jaw, in which one can also see the canine teeth, separates the face into an upper and a lower part. The upper part correlates with the Milesian Type A, while the chin is weaker than the Milesian one. Thus the Milesian Type A coins are not a copy of the Lydian lion type, but an independent design from a Milesian celator, who incorporates individual form elements of the Lydian prototype into an autonomous totally new lion type.

Auf Grund des Vergleichs mit dem lydischen Löwentypus aus der Zeit des Königs Kroisos können wir den ersten milesischen 1/12 Stater und damit die Serien 1 bis 5 in die Zeit von etwa 550 bis 520 v. Chr. datieren. Von etwa 520 bis 500 v. Chr. schließen sich dann die Serien 6 und 7 mit dem aus Typ A weiterentwickelten Typ B an. Das Ergebnis des stilistischen Vergleichs stimmt demnach mit den Daten überein, die wir bei der Auswertung der Funde gewonnen haben.

From comparison with the Lydian lion type of Croesus’ time, we can date the first Milesian 1/12 stater, and thus Series 1 to 5, to 550–520 BC. From about 520 to 500 BC, Series 6 and 7 from Type B follow. So the results of the stylistic comparison correspond with the data we worked out in the analysis of the hoard findings.

Der These, daß die Beeinflussung des milesischen Löwentyps durch den lydischen erst in den Jahren nach der persischen Okkupation Lydiens erfolgte, als die Typen der Goldstücke des Kroisos noch bis zur Einführung der Dareiken weitergeprägt wurden, widersprechen die Funde A und E. Sie wurden vergraben, als die Serien 6 und 7 frisch in Zirkulation gelangten, während die darin vorkommenden Stücke der Serien 1 bis 5 schon lange im Umlauf gewesen sein müssen, weil wir bei ihnen starke { 16 } Abnutzungsspuren festellen können. Die einzelnen Serien müssen such über einen längeren Zeitraum erstrecken.

The thesis that the Milesian lion type was influenced by the Lydian design only in the years after the Persian occupation of Lydia, when Croesus’ gold types were continued until the Darics show up, cannot be true, as the hoards A and E show. They were buried at the time Series 6 and 7 got into circulation, while the coins from Series 1 to 5 must already have been in circulation for a long time, as their wear shows.

Nachdem es uns so gelungen ist, für die ersten Emissionen des 1/12 Staters die Zeit um 550 v. Chr. zu erschließen, müssen wir darauf hinweisen, daß Milet mit der Einführung des 1/12 Staters vom Typ A/1 eine Münze herausgegeben hat, deren Rückseite eine Zwischenstufe zwischen eigentlichem Quadratum incusum und vollem Reverstyp repräsentiert. Wenn Milet in seiner Prägung auch lange auf dieser Stufe stehen bleibt, so gehört es doch zu den griechischen Staaten, die als erste beide Seiten der Münzen verzieren.

Having dated the first emissions of the 1/12 staters to 550 BC, we have to point out that Miletus, by introducing the 1/12 stater with Type A/1, issued a coin which represents an intermediate stage between a square incuse and a full reverse type. Even though Miletus doesn’t further develop this type for a long time, still it represents one of the first Greek cities to decorate both sides of its coins.

IV. Das milesische Münzsystem

Die oben durchgeführte Untersuchung der 1/12 Statere hat gezeigt, daß sich ihre offenbar kontinuierlich erfolgten Emissionen in drei Gruppen zusammenfassen lassen. Auf Grund der Funde und der stilistischen Parallelen müssen wir annehmen, daß die erste Emission des 1/12 Staters um 550 v. Chr. vorgenommen wurde und damit die milesische Silberprägung begann. Weitgehend ungeklärt geblieben ist noch, wie die übrigen für das Milet der archaischen Zeit nach geweisenen Silbernominale den Serien des 1/12 Staters beizuordnen und zu datieren sind, und welche Funktion die neue Silber währung im wirtschaftspolitischen Bereich übernommen und erfüllt hat.

IV. The Milesian Coinage System

The analysis of the Milesian 1/12 staters above has shown that their apparently continuous emissions can be arranged in three groups. From the finds and the stylistic parallels we have to assume that the first emissions of the 1/12 staters started around 550 BC and thus the Milesian coinage started then. It is still widely unexplained, though, how the other archaic Milesian silver denominations can be adjusted to the 1/12 staters, and which economic-political functions the new silver currency had to perform.

Periode I: etwa 550–525 v. Chr.

Als um die Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. der 1/12 Silberstater eingeführt wurde, liefen in Milet die für uns noch nicht faßbaren Elektronprägungen der Polis, die Elektronmünzen des Alyattes und anderer ionischer Staaten um. Gemeinsam war ihnen allen ser Standard, den man meines Erachtens nicht den milesischen, sondern den lydischen nennen sollte. Der Stater mit einem Gewicht von rund 14 g zerfiel in Teilstücke, die 1/3, 1/6, 1/12, 1/24 und 1/96 Statere waren, wie die Prägungen des Alyattes zeigen. Die Einführung des 1/12 Staters in Milet hatte wohl den Zweck, innerhalb des bestehenden Elektronsystems eine Wechelfunktion zu übernehmen. Da der Kurs Elektron-Silber 10:1 stand, konnte zum Beispiel der 1/12 EL-Stater gegen zehn 1/12 AR-Statere umgetauscht werden. Gegenüber den winzigen Elektronteilstücken hatte der 1/12 AR-Stater den Vorzug der Handlichkeit. Zugleich eignete er sich als Wechselgeld für die den Ägäisraum beherrschende Silberwährung, den äginäischen Stater mit dem Gewicht von rund 12 g. Es entsprachen wiederum zehn 1/12 milesische Statere einem solchen äginäischen Stater.

Period I: about 550–525 BC

When the 1/12 silver staters were introduced around 550 BC, the still elusive electrum coinage of the polis, of Alyattes, and of other Ionian communities was already circulating in Miletus. They all were from the same standard, which we should not call the Milesian, but the Lydian standard, in my opinion. The stater, weighting approximately 14 g, was subdivided into fractions, which represented 1/3, 1/6, 1/12, 1/24 and 1/96 staters, as is proven by the coins from Alyattes. The introduction of the 1/12 stater in Miletus apparently pursued the purpose of establishing an exchange function within the existing electrum system. Because the exchange rate between silver and electrum was 10:1, a 1/12 EL stater, for example, could be exchanged for ten 1/12 AR staters. As opposed to the tiny electrum fractions, the 1/12 AR stater was much more handy. Further on, it was suited as exchange money for the predominant silver coinage of the Aegean at that time, the silver stater from Aegina with a weight of approximately 12 g. Again, ten Milesian 1/12 staters were equivalent to a stater from Aegina.

Eir Existenz einer neuen Gold- und Silberwährung, die einem eigenen Standard folgte, stellte die Münzbeamten Milets vor weitere Probleme. Die Gold- und Silberstatere des Königs Kroisos wurden mit einem Gewicht von rund 10,70 g herausgebracht. Der Goldstater wurde von Teilstücken begleitet, die jeweils 1/3, 1/6 und 1/12 { 17 } Statere darstellten. Parallel zum Silberstater wurden Halbstücke mit einem Gewicht von 5,35 g geprägt.

The existence of a new gold and silver currency following its own standard presented further problems to the Milesian moneyers. Croesus’ gold and silver staters were issued with a weight of 10.70 g. The gold stater was accompanied by 1/3, 1/6 and 1/12 fractions. Parallel to the silver stater, half-pieces weighing 5.35 g were issued.

Die neue Goldwährung entsprach, wenn wir ein Verhältnis Elektron-Gold wie 3/4 : 1 annehmen, dem herkömmlichen Elektronsystem, d. h. der Goldstater mit seinem Gewicht von 10,72 g konnte gegen den alten Elektronstater, der 14,28 g wog, direkt eingetauscht werden. Ebenso waren die Teilstücke der beiden Systeme miteinander austauschbar. Innerhalb der Gold- und Elektronwährung konnte auch der 1/12 Stater seine oben aufgezeigte Funktion erfüllen. Schwierigkeiten bereiteten der neue Silberstater und sein Halbstück. Diesen Nominalen hatte das alte System keine Entsprechungen entgegenzusetzen. Der Silberstater konnte noch gegen neun 1/12 Statere gewechselt werden, aber der Halbstater war nicht mehr konvertierbar.

If we assume an exchange rate of 3/4 : 1 between gold and silver, the new gold currency corresponded with the conventional electrum system, so the gold stater, weighing 10.72 g, could be exchanged with the old electrum stater, weighting 14.28 g. Likewise, the fractions of the two systems were changeable. Within the gold and electrum currency, the 1/12 stater corresponded as shown above. Difficulties arose with the new silver stater and its half piece. No denominations of the old system met them adequately. The silver stater could be exchanged to nine 1/12 staters, but the half stater was not convertible.

Die Münzbeamten Milets reagierten auf diese Situation in doppelter Weise. Sie erweiterten die Silberwährung durch die Emission von 1/8, 1/16, 1/32 und 1/64 Stateren, die eine Wechselfunktion gegenüber dem lydischen Silberstater und Halbstater übernahmen. Sechs 1/8 Statere entsprachen einem lydischen Stater, drei einem Halbstater. Die beiden kleineren Nominale befriedigten offenbar die Nachfrage nach Kleinmünzen, die durch die Ausweitung des Geldverkehrs in der Polis entstanden war. Damir können wir die oben beschriebenen Nominale, die alle einen von oben gesehenen mähnenlosen Löwenkopf auf dem Avers tragen, in die Zeit zwischen 550 und 540 v. Chr. datieren. Ihre Emission erfolgte parallel zur Ausgabe der Serien 1–3 des 1/12 Staters.

The moneyers responded to this situation in two ways. They extended the silver currency by issuing 1/8, 1/16, 1/32 and 1/64 staters, which had an exchange function to the Lydian silver stater and half stater. Six 1/8 staters were equivalent to one Lydian stater, three of them to a Lydian 1/2 stater. The two smaller denominations obviously satisfied the demand for small fractions which arose after the expansion of the currency. Therewith, we can date the denominations described above (all of them showing a mane-less lion’s head seen from above on the obverse) to 550–540 BC. Those emissions took place in parallel with the issue of Series 1–3 1/12 staters.

Neben den Silbermünzen prägte die Polis im 6. Jahrhundert Elektronmünzen, die dem Zahlungsverkehr im internationalen Handel dienten. Die Zuweisung dieser frühen Elektronprägungen ist umstritten52. Die Elektronprägung wird für uns erst faßbar, als auf ihren Nominalen das Hoheitzeichen der Polis, der liegende Löwe mit gewendetem Kopf, erscheint53.

Besides the silver coins, Miletus also struck electrum coins dedicated for international trade. The attribution of this early electrum currency is controversial.52 It only becomes understandable once the Milesian emblem, the reclining lion with head turned back, shows up on its denominations.53

Charles Seltman hat das Auftreten des Hoheitzeichens damit erklärt, daß in Milet, ähnlich wie in Athen, zu einem bestimmten Zeitpunkt an Stelle der Abzeichen der großen Adelsfamilien das Hoheitzeichen der Polis auf die Prägungen gesetz wird54. Diese «Verstaatlichung» des Münzbildes setzt voraus, daß die Herrschaft eines Tyrannen die Macht der Adelsgeschlechter gebrochen hat. Seltman glaubt, daß diese Revolution gegen 600 v. Chr. durchgeführt worden ist, als Thrasyboulos, wie Herodot berichtet, Milet beherrschte und den Friedensvertrag mit Alyattes schloß55. P.R. Franke datiert in dem gemeinsam mit M. Hirmer herausgegebenen Werke «Die grieschische Münze» einen solchen Elektronstater mit einem liegenden Löwen auf der Vorderseite und einem inkusen Quadraten, die mit einem Ornament bzw. einem kleinen Hirschkopf verziert sind, auf der Rückseite in die Zeit zwischen 630 und 600 v. Chr.56 C.M. Kraay datiert dagegen das gleiche Stück in der 1966 erschienenen englischen Ausgabe in die Zeit um 575 v. Chr.

Charles Seltman explained the appearance of the emblem by assuming that at a certain time in Miletus, as in Athens, the emblem of the aristocratic families got replaced by the emblem of the polis.54 This “nationalization” presupposes that the aristocracy lost its power to a tyrant. Seltman thinks that this revolution took place at around 600 BC, at the time Thrasyboulos ruled Miletus and concluded peace with Alyattes, as Herodotus reports.55 P.R. Franke, together with M. Hirmer in the work “Die griechische Münze,” dates such an electrum stater with a reclining lion on the obverse and an incuse decorated with an ornament and a small head of a stag, to 630–600 BC.56 C.M. Kraay, however, dates the same coin in his work published in 1966 to about 575 BC.

Babelon hat bereits auf Parallelen im Stil hingewiesen, die diese Elektronprägungen vom Typ «Liegender Löwe» mit den Darstellungen der Löwenprotome auf { 18 } den 1/12 Stateren verbinden57. Seiner Meinung nach zeigt das Bild des liegenden Löwen auf den Elektronstücken die Merkmale eines fortgeschritten Stils, der sich bereits im Besitz aller Ausdrucksmittel befindet und erst in der hochentwickelten ionischen Kunst der Mitte des 6. Jahrhunderts möglich ist. Die Aufgliederung der Rückseite wirkt zwar älter, aber die bewegte Darstellung des laufenden Fuchses läßt sich ebenfalls kaum vor Mitte des 6. Jahrhunderts denken.

Babelon already pointed out stylistic similarities between the electrum coins of the “reclining lion” type and the 1/12 staters.57 According to his opinion, the depiction of the lion shows all the signs of an advanced style, which already is in possession of all expression possibilities and is only possible in the highly developed Ionian art from the mid-6th century BC. The composition of the reverse may appear older, but the moving depiction of the running fox doesn’t appear possible earlier than mid-6th century BC.

Die Tatsache, daß auf den 1/12 Stateren wie auf den Elektronprägungen vom Typ «Liegender Löwe» zum erstenmal das Hoheitszeichen des milesischen Staates auftaucht, ebenso wie die stilistischen Parallelen führen zu der Annahme, daß die ersten Elektronstücke, die dieses Aversbild tragen, gleichzeitig mit den 1/12 Stateren der Serien 1 bis 3 entstanden sind. Die auf den Elektronstücken zu beobachtende stilistische Entwicklung verläuft offenbar parallel zu derjenigen der 1/12 Statere der Serien 1 bis 7 und deutet darauf hin, daß diese Münzen während der folgenden Periode bis 500 v. Chr. geprägt worden sind. Die Einrahmung der Aversdarstellung mit Zierleisten findet ihre Entsprechung in der Behandlung der Darstellung auf den 1/8, 1/16 und 1/64 Stateren der Periode I, bei denen wir eine vergleichbare Einrahmung finden. Die Elektronmünzen vom Typ «Liegender Löwe» wurden zuerst mit einer nach links gerichteten Darstellung als Statere, 1/3 Statere, 1/6 Statere und 1/4 Statere ausgegeben. Die ersten drei Nominale entsprachen der Tradition und konnten gegen die gleichwertigen Goldstücke des lydischen Königs verrechnet werden. Eine Sonderstellung in diesem System nimmt der 1/4 Stater ein. Dieses Elektronnominal diente offenbar dem Zweck, den 1/8 AR-Stateren und deren Teilstücken ein entsprechendes kleineres Nominal in der zehnmal wertvolleren Material entgegenzusetzen. Zwanzig 1/8 AR-Statere kamen auf den 1/4 EL-Stater, der gleichzeitig gegen dreißig 1/12 AR-Statere eingewechselt werden konnte. So bestanden in Milet während der Periode I zwei Währungssysteme nebeneinander, die auf Umwegen kunstvoll verbunden waren:

The fact that on the 1/12 staters and on the electrum coinage, the emblem of the Milesian polis shows up for the first time, plus the stylistic similarities, lead to the assumption that the first electrum coins showing this obverse originate from the same time as the 1/12 staters of Series 1–3. The stylistic development of the electrum coins obviously proceeds parallel to the development of the 1/12 staters from Series 1 to 7 and thus leads to the assumption that those coins were struck in the following period up to 500 BC. The framing of the obverse depiction with mouldings is similar to the treatment of the 1/8, 1/16, and 1/64 staters of period I. The electrum coinage of the “reclining lion” type were first issued as staters, thirds, sixths and quarters with the depiction to the left. The first three denominations were traditional and could be set against similar gold coins from the Lydian king. The 1/4 stater, however, takes an exceptional position. This electrum denomination was apparently issued to be set against the 1/8 AR staters, as an appropriate denomination of the metal ten times more valuable than silver. Twenty 1/8 AR staters could be exchanged against one 14 g electrum stater, which in turn could be traded against thirty 1/12 AR staters. So during period I, Miletus issued two currency systems which were bound up together with artistic connections:

Das eine wurde von dem Elektronstater und seinen traditionellen Teilstücken, dem 1/3 und 1/6 EL-Stater, sowei dem 1/12 AR-Stater gebildet. Es korrespondierte mit der lydischen Goldwährung und war für die Abwicklung der großen Geschäfte im internationalen Handel bestimmt. Diese Funktion wird durch die Funde der 1/12 AR-Statere bestätigt. Ihrer Bestimmung entsprechend trugen alle Nominale, der 1/12 Stater verkürzt, das Hoheitszeichen der Polis auf der Vorderseite.

One of them was composed of the electrum stater and its traditional fractions, the 1/3 and 1/6 EL stater, plus the 1/12 AR stater. It corresponded with the Lydian gold currency and was intended for international trade. This function gets affirmed by the findings of 1/12 AR staters. According to their intention, all of them showed the emblem of the polis on the obverse (the 1/12 stater in shortened form).

Das andere System bestand aus dem 1/4 EL-Stater und den 1/8, 1/16, 1/32 und 1/64 AR-Stateren. Es war dem lydischen Silbersystem angeglichen und war weniger auf die Erfordernisse des internationalen Handels als auf die Notwendigkeiten des Zahlungsverkehrs innerhalb der Polis selbst ausgerichtet. Diese verschiedenen Funktionen der Silbermünzen Milets lassen sich auch aus dem uns bekannt gewordenen Münzmaterial leicht ablesen. Die für den internationalen Markt gedachten 1/12 AR-Statere beweisen, daß dieses Nominal sich trotz seines geringen Gewichts einen festen Platz neben den führenden Handelwährungen des 6. Jahrhunderts erobert hatte. Sein Vorzug bestand { 19 } darin, daß es sich gegen alle Währungen leicht verrechnen ließ. Die anderen Nominale dagegen wurden je nach Bedarf geprägt und liefen auf dem kleinen Territorium des milesischen Staates um. Von ihnen sind nur wenige Exemplare in den Sammlungen zu finden.

The other system was composed of the 1/4 electrum stater and the 1/8, 1/16, 1/32 and 1/64 AR staters. It was adjusted to the Lydian silver system and was not intended for international trade, but for payment of transactions within the polis. Those different functions of the Milesian silver coins can easily be read off the coin material known to us. The 1/12 AR staters intended for international transactions prove that this denomination, despite its minor weight, played an important role within the international trade currencies of the 6th century BC. It had the advantage of being easily accountable with other currencies. The other denominations were struck according to requirements and circulated on the small territory of the Milesian polis. Few such coins can be found in collections.

Periode II: 525–500 v. Chr.

Wahrscheinlich ist ein Teil der Elektronmünzen vom Typ «Liegender Löwe» auch noch in dieser späteren Periode geprägt worden. Babelon hat eine zweite Gruppe dieses Typs zusammengestellt, die durch einen nach rechts liegenden Löwen charakterisiert wird. Sie besteht aus Stateren und Halbstateren. Die Ausgabe eines Halbstaters war meines Erachtens von dem Gedanken bestimmt, das oben für die Periode I aufgezeigte zweite Münzsystem zu ergänzen. Es kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, ob diese Halbstatere mit dem Löwen nach rechts noch in die Periode I gehören. Vom Stil her gesehen, gehören eher Stücke, auf denen der Löwe nach links gerichtet erscheint, in die frühere Zeit.

Period II: 525–500 BC

It is probable that some of the electrum coins of the “reclining lion” type were also struck in this later period. Babelon arranged two groups of this type, which are characterised by a lion lying right. They are composed of staters and 1/2 staters. The emission of a 1/2 stater was, in my opinion, intended to amend the second currency system of period I. It is not sure whether those 1/2 staters with lion lying right still belong to period I. Based on style, it is more probable that the coins with lion lying left belong to the earlier time.

Innerhalb der milesischen Silberwährung ist in Periode II die für Periode I festgestellte Zweigleisigkeit des Systems bis auf einen geringen Rest verschwunden. Der 1/12 AR-Stater vom Averstyp B wird immer noch reichlich geprägt. Neben ihm erscheinen jetzt mit neuen Typen seine Teilstücke, der 1/48 und der 1/96 Stater. So läßt sich sagen, daß die Silberprägung der Periode II ein weitgehend vereinheitlichtes Bild zeigt, das auf den 1/12 AR-Stater ausgerichtet ist. Allerdings muß hier eine Beobachtung vermerkt werden, die offenbar mit der Finanzpolitik der Polis zusammenhängt. Ein Teil der 1/12 AR-Statere der Periode II besteht wie seine Teilstücke – soweit sich dies ohne Metallanalyse sagen läßt – aus stark legiertem Silber. Es wäre möglich, daß der Staat die für den Umlauf in der Polis gedachten Münzen aus dieser Legierung hergestellt hat, während die für den interntionalen Handel gedachten Münzen aus reinem Silber bestanden. Bei einer solchen Finanzpolitik konnte der Staat einen beträchtlichen Gewinn erzielen, ohne die Währung, deren Kern aus Elektron bestand, unmittelbar zu gefährden.

Within the Milesian silver currency, the two-pronged system of period I disappears almost completely in period II. The 1/12 stater from obverse Type B was still issued in larger quantities. Its fractions, the 1/48 and 1/96 staters, show up with new types. We can thus say that the silver currency of period II shows a widely unified picture, oriented to the 1/12 stater. We must, though, mention an observation which apparently corresponds with the fiscal policy of the polis. A part of the 1/12 AR stater output from period II is, like its fractions, made of heavily alloyed silver. It is possible that the polis did strike coins dedicated for local circulation from debased silver while the issues intended for international transactions were still made of pure silver. With such a fiscal policy, the polis could make quite a big profit without endangering the currency, which was primarily based upon the electrum coinage.

Periode III: 500–494 v. Chr.

Die dieser Zeit angehörenden 1/12 AR-Statere sind aus der Tatsache, daß der auf ihnen erscheinende Averstyp C nicht auf den Prägungen des 5. Jahrhunderts auftaucht, erschlossen worden. Die Elektronmünzen vom Typ «Liegender Löwe» scheinen von den von Percy Gardner zusammengestellten Aufstandsprägungen abgelöst worden zu sein58. Die Typenänderung der Elektronmünzen ist vielleicht darauf zurückzuführen, daß der Münztyp «Liegender Löwe» mit der Vorstellung Tyrannis und Zusammenarbeit mit dem Großkönig belastet war. Die neu eingerichtete «Demokratie» in Milet griff möglicherweise bei der Wahl ihrer Münztypen in irgendeiner Form auf die uns unbekannten milesischen Elektronmünzen der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts zurück. Andererseits könnten die neu erscheinenden Bilder aber auch { 20 } in Beziehung zu den einflußreichen Familien stehen, die nach der Beseitigung der Tyrannis in Milet die Macht ergriffen hatten. Mit den neuen Elektronstateren wurden offenbar die Rüstungen während des Aufstands bestritten.

Period III: 500–494 BC

The 1/12 AR staters belonging to this period have been dated by the fact that their obverse Type C does not show up on 5th century coins. The electrum coins of the “reclining lion” type seem to have been replaced by the coinage of the Ionian Revolt, arranged by Percy Gardner.58 The change of the electrum types probably can be explained by assuming that the “reclining lion” type was seen as signifying the tyrant and cooperation with the Persian king. The newly proclaimed Milesian “democracy” probably copied its own electrum coin types from the first half of the 6th century still unknown to us. On the other hand, the new designs could also originate from the powerful families which took over power after the downfall of the tyrant. The new electrum staters were apparently struck to finance the armaments during the Ionian Revolt.

Neben den 1/12 AR-Stateren der Serien 8 und 9 können keine anderen Silbernominale dieser Zeit zugewiesen werden. Eventuell ist ein 1/64 Stater vom Typ «Löwenkopf von oben / Blütenornament», der sich im Besitz der Verfasserin befindet, in diese Zeit zu datieren. Die con Gardner dem Milet dieser Periode zugewiesene attische Hemidrachme mit einem Gewicht von 2,00 bis 2,07 g ist sicherlich erst nach dem Wiederaufbau der Stadt entstanden.

Apart from the 1/12 staters of Series 8 and 9, no other silver denominations can be dated to this time. Only a 1/64 stater with type “lion head seen from above / flower ornament” in the author’s collection could originate from this period. The attic hemidrachm with a weight of 2.00–2.07 g, which Gardner dated to this time, surely was not struck until the city had been rebuilt.

V. Übersicht über die Prägung Milets im 6. Jahrhundert v. Chr.

Vor 550 v. Chr.: Elektronprägungen nach dem lydischen Standard (Zuweisung nicht gesichert)
Periode I:550–525 v. Chr.
Elektron:Statere und Teilstücke vom Typ «Liegender Löwe»
Silber:1/12 StatereSerie 1Typ A/1
Serie 2Typ A/2
Serie 3Typ A/2
1/8 StatereLöwenkopf von oben / Blütenornament
1/16 StatereLöwenkopf von oben / Blütenornament
1/32 StatereLöwenkopf von oben / Blütenornament
1/64 StatereLöwenkopf von oben / Blütenornament
1/12 StatereSerie 4Typ A/2
Serie 5Typ A/5
Periode II:525–500 v. Chr.
Elektron:wie in Periode I
Silber:1/12 StatereSerie 6Typ B/2
Serie 7Typ B/2
1/48 StatereLöwenprotome r. / Laufvogel l.
Löwenprotome l. / Laufvogel l. zwischen 2 Kugeln
Löwenprotome r. / Laufvogel r. zwischen 2 Kugeln
1/64 StatereLöwenkopf von oben / Gorgonenhaupt { 21 }
1/96 StatereSonnenrosette / 5 Kugeln
Periode III:500–494 v. Chr.
Elektron:Aufstandsprägung
Silber:1/12 StatereSerie 8Typ C/2–3
Serie 9Typ C/2–3
1/64 StatereLöwenkopf von oben / Blütenornament

V. Overview of the Coinage of Miletus in the 6th Century BC

Before 550 BC: Electrum coinage on the Lydian standard (assignment uncertain)
Period I:550–525 BC
Electrum:Stater and fractions with type “reclining lion”
Silver:1/12 StaterSeries 1Type A/1
Series 2Type A/2
Series 3Type A/2
1/8 Staterlion head from above / floral ornament
1/16 Staterlion head from above / floral ornament
1/32 Staterlion head from above / floral ornament
1/64 Staterlion head from above / floral ornament
1/12 StaterSeries 4Type A/2
Series 5Type A/5
Period II:525–500 BC
Electrum:As in Period I
Silver:1/12 StaterSeries 6Type B/2
Series 7Type B/2
1/48 Staterlion protome right / running bird left
lion protome left / running bird left between two pellets
lion protome right / running bird right between two pellets
1/64 Staterlion head from above / gorgon head
1/96 Statersun-rosette / five pellets
Period III:500–494 BC
Electrum:Ionian Revolt coinage
Silver:1/12 StaterSeries 8Type C/2–3
Series 9Type C/2–3
1/64 Staterlion head from above / floral ornament

ANMERKUNGEN

NOTES

1 Unter anderen vermutet P. Gardner in seiner umfassenden Darstellung, A History of Ancient Coinage 700–300 B.C., Oxford 1918, eine Ausprägung von Silbermünzen nach dem äginäischen Münzfuß während der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts. Dagegen Franke-Hirmer, Die griechische Münze, 121 «frühestens bald nach 547 v. Chr.»  { 1 Among others, P. Gardner, in his well-known work A History of Ancient Coinage 700–300 BC, Oxford 1918, assumed there was an issue of silver coins on the Aeginetan standard during the first half of the 6th century BC. Against this see Franke-Hirmer, Die Griechische Münze, 121, “after 547 BC at the earliest.” } 

2 E. Babelon, Traité des monnaies grecques et romaines II, 1, Paris 1907, 263ff.  { 2 Ernest Babelon, Traité des monnaies grecques et romaines [Treatise on Greek and Roman Money] II, 1, Paris 1907, 263ff. } 

3 Babelon bezeichnet sie als Diobolen, indem er die dem Elektronstater entsprechende theoretische Silbereinheit als Tetradrachmon bezeichnet. Wir halten diese Bezeichnung, die allgemein üblich ist, für irreführend, weil Elektron und Silber im 6. Jahrhundert deutlich nach demselben Standard geprägt worden sind. Vgl. dazu H.A. Cahn, Etalons monétaires en Asie-Mineure jusqu’au Ve siècle, Congresso Internationale di Numismatica 1961, Vol. II (Atti) 1965, 20.  { 3 Babelon characterizes them as diobols by calling a hypothetical silver denomination similar in value to the electrum stater a “tetradrachm.” We think that this commonly used assumption of a hypothetical silver tetradrachm is wrong, because electrum and silver obviously were struck on the same standard during the 6th century BC. Compare H.A. Cahn, Etalons monétaires en Asie-Mineure jusqu’au Ve siècle, Congresso Internationale di Numismatica 1961, Vol. II (Atti) 1965, 20. } 

4 Babelon 429f., Taf. XI, 2–5. Zur Bedeutung des Blütenornaments siehe RE, Miletos.  { 4 Babelon 429f., pl. XI, 2–5. For the meaning of the floral ornament see Real-Encyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Miletos. } 

5 Babelon 428, Taf. XI, 1.  { 5 Babelon 428, pl. XI, 1. } 

6 Babelon, Taf. XIX, besonders 16.  { 6 Babelon, pl. XIX, especially 16. } 

7 Babelon 432, Taf. XI, 9.  { 7 Babelon 432, pl. XI, 9. } 

8 Babelon 433, Taf. XI, 10f.  { 8 Babelon 433, pl. XI, 10f. } 

9 Babelon, Taf. XI, 12.  { 9 Babelon, pl. XI, 12. } 

10 Ionien, 2083f.  { 10 SNG von Aulock, Ionien, 2083f. } 

11 München (19) acc. 94052.  { 11 Munich Museum (19) accession 94052. } 

12 BMC Ionia, 184, 6–11, Taf. XXI, 1 und 2. Noch in der jüngst erschienenen SNG von Aulock wird ein solches Exemplar, allerdings mit einem Fragezeichen, Milet zugewiesen (2077).  { 12 BMC Ionia, 184, 6–11, pl. XXI, 1 and 2. In SNG von Aulock an example like this was recently assigned to Miletus (2077), but with a question mark. } 

13 Traité II, 1, 265ff.  { 13 Babelon, Traité II, 1, 265ff. } 

14 Slg. Niggeler, Auktionskatalog Münzen und Medaillen AG - Leu I (1965), 411; siehe dort auch zu Oulias. Der Name Ouliades auf hellenistischen Münzen wird aber wohl ein Beamtenname sein und sich nicht auf Apollon Oulias beziehen.  { 14 Niggeler Collection, auction catalog of Münzen und Medaillen AG and Leu I (1965), 411; see there also under Oulias. The name Ouliades on Hellenistic coins is probably an official’s name, however, and does not refer to Apollo Oulias. } 

15 Babelon, Traité II, 1, 450; Gardner, History, 165; SNG v. Aulock, Ionien, 1077; vgl. auch Auktionskataloge, 2. B. Hess-Leu 24 (1964) 211 «erste Hälfte 6. Jahrhundert».  { 15 Babelon, Traité II, 1, 450; Gardner, History, 165; SNG von Aulock, Ionien, 1077; see also auction catalogs, 2. B. Hess-Leu 24 (1964) 211, “first half of the 6th century.” } 

16 BMC Thrace usw., S. 182, 1–4. Die Darstellung hat bereits A. v. Sallet in Beschreibung der antiken Münzen der Kgl. Museen zu Berlin I, 250 bewogen, die Entstehung dieser Prägungen auf der Cherrones zu vermuten.  { 16 BMC Thrace etc., p. 182, 1–4. The design led Alfred von Sallet, in his description of the ancient coins of the Royal Museum in Berlin I, 250, to assume the source of these coins is Cherronesus. } 

17 Ch. Seltman, Greek Coins, London, 19552, 86f. Taf. XI, 13.  { 17 Charles Seltman, Greek Coins, London, 19552, 86f. pl. XI, 13. }  { 22 }

18 BMC Ionia, Milet 12f Taf. XXI, 3 und SNG Copenhagen, Ionia 956 (Löwe rechts); Auktionskatalog A.E. Cahn 60 (1928) 846 (Löwe links).  { 18 BMC Ionia, Miletus, 12f., pl. XXI, 3 and SNG Copenhagen, Ionia 956 (lion right); Adolph E. Cahn auction catalog 60 (1928) 846 (lion left). } 

19 Gardner, History, 101.  { 19 Gardner, History, 101. } 

20 Liste Münzen und Medaillen AG 196 (1960), 18.  { 20 Münzen und Medaillen AG sale list 196 (1960), 18. } 

21 W. Greenwell, N.C. 1890, 1ff. Taf. I, 10–15.  { 21 William Greenwell, Numismatic Chronicle 1890, 1ff. pl. I, 10–15. } 

22 Ionia, 945 und 949.  { 22 Ionia, 945 and 949. } 

23 Zum Grundsätzlichen siehe B. Pfeiler, Zur Münzkunde von Milet, SM Bd. 12, 1962, 20f.  {  } 

24 Vgl. Abb. 1  { 24 Compare fig. 1 } 

25 Vgl. Abb. 8  { 25 Compare fig. 8 } 

26 Vgl. Abb. 9, 10  { 26 Compare fig. 9, 10 } 

27 Vgl. Abb. 1  { 27 Compare fig. 1 } 

28 Vgl. Abb. 3  { 28 Compare fig. 3 } 

29 Vgl. Abb. 10  { 29 Compare fig. 10 } 

30 Naville–Ars Classica V, 2570 und besonders 2571.  { 30 Naville–Ars Classica sale V, 2570 and especially 2571. } 

31 Auktionskatalog Kricheldorf XI, Okt. 1962, 177, Taf. 7.  { 31 Kricheldorf auction catalog XI, October 1962, 177, pl. 7. } 

32 Babelon 429, Taf. XI, 3.  { 32 Babelon 429, pl. XI, 3. } 

33 Babelon 430, Taf. XI, 8.  { 33 Babelon 430, pl. XI, 8. } 

34 Babelon, Taf. XI, 6f.  { 34 Babelon, pl. XI, 6f. } 

35 N.C. 1890, Taf. 1, 12f.; SNG Cop. 946 und 950.  { 35 Numismatic Chronicle 1890, pl. 1, 12f.; SNG Copenhagen 946 and 950. } 

36 N.C. 1890, Taf. 1, 12f.  { 36 Numismatic Chronicle 1890, pl. 1, 12f. } 

37 Babelon 429, Taf. XI, 4.  { 37 Babelon 429, pl. XI, 4. } 

38 McClean 8212, Taf. 284, 19.  { 38 Catalogue of the McClean Collection of Greek Coins, 8212, pl. 284, 19. } 

39 Delta Hoard; Fund von Damanhûr (s. Anm. 42); Newell, A Cilician Find, N.C. 1914; Welz, Kleinmünzen aus Milet, SM Bd. 11 1961, 99ff., dazu ergänzend SM Bd. 12 1962, 20ff.  { 39 Delta Hoard; found at Damanhûr (see note 42); Edward T. Newell, A Cilician find, Numismatic Chronicle 1914; K. Welz, Small coins of Miletus, Schweizer Münzblätter 11 1961, 99ff., supplemented by Schweizer Münzblätter 12 1962, 20ff. } 

40 SNG Cop. 947, 948, 953 und 945, 949; Staatl. Münzslg. München, inv. Bd. V, S. 262, a, b, c.  { 40 SNG Copenhagen 947, 948, 953 and 945, 949; Staatliche Münzsammlung München [Munich State Coin Collection], inv. vol. V, p. 262, a, b, c. } 

41 N.C. 1890, 4.  { 41 Numismatic Chronicle 1890, 4. } 

42 H. Dressel – K. Regling, Z. f. Num. 1927, S. 1ff. 62, Taf. II, 95.  { 42 Heinrich Dressel and Kurt Regling, Zeitschrift für Numismatik 1927, p. 1ff. 62, pl. II, 95. } 

43 Der Fund ist inzwischen von K. Welz, SM Bd. 15, 1965, 1f. in einem kurzen Fundbericht angezeigt worden.  { 43 The find is in the meantime described in a brief report by K. Welz, Schweizer Münzblätter 15, 1965, 1f. } 

44 Babelon, Taf. XXXI, 11.  { 44 Babelon, pl. XXXI, 11. } 

45 Vgl. SNG Berry 1046, 0,26 g.  { 45 Compare SNG Berry 1046, 0.26 g. } 

46 Vgl. SNG Berry 1045, 0,24 g und SNG v. Aulock 1818, 0,26 g.  { 46 Compare SNG Berry 1045, 0.24 g and SNG von Aulock 1818, 0.26 g. } 

47 Vgl. SNG v. Aulock 1807, 0,10 g.  { 47 Compare SNG von Aulock 1807, 0.10 g. } 

48 Vgl. oben S. 7.  { 48 Compare above, p. 7. } 

49 Ionien, 1820, 0,20 g.  { 49 Ionien, 1820, 0.20 g. } 

50 Vgl. H.A. Cahn, Die Löwen des Apollon, M.H. 7, 1950, 185–199.  { 50 Compare Herbert A. Cahn, Die Löwen des Apollon [The Lion of Apollo], Museum Helveticum 7, 1950, 185–199. } 

51 Leider ist das interessante Material von Kolophon (Kraay, SNR 42), das auch ein Stück von Milet enthält, schon deshalb, weil keine Fundzusammenhänge bekannt geworden sind, in unseren Zusammenhang nicht wesentlich.  { 51 Unfortunately, the interesting material from Colophon (Kraay, SNR 42), also containing a Milesian coin, is of no use in our context because no find-information is known. } 

52 Babelon, Traité II, 1, 9–16 und 26–62; Gardner, History, 70ff.; Seltman, Greek Coins, 26ff.  { 52 Babelon, Traité II, 1, 9–16 and 26–62; Gardner, History, 70ff.; Seltman, Greek Coins, 26ff. } 

53 BMC Ionia, 2–4; Babelon 17–25ff., Taf. I, 14–19.  { 53 BMC Ionia, 2–4; Babelon 17–25ff., pl. I, 14–19. } 

54 Seltman, Greek Coins, 28, Taf. II, 1.  { 54 Seltman, Greek Coins, 28, pl. II, 1. } 

55 Seltman, Greek Coins, 28, ähnlich Gardner, History, 73.  { 55 Seltman, Greek Coins, 28, similarly Gardner, History, 73. } 

56 Franke-Hirmer, 131, Taf. 178.  { 56 Peter R. Franke and Max Hirmer, Die griechischen Münzen [Greek Coinage], Munich, 1964, 131, pl. 178. } 

57 Babelon, Traité II, 1, 49f. und 52.  { 57 Babelon, Traité II, 1, 49f. and 52. } 

58 Gardner, History, 92ff.  { 58 Gardner, History, 92ff. }  { 23 }

[Image: Obverse and reverse photographs of ten different varieties of the Milesian twelfth stater]

{caption} Zwölftelsstatere von Milet (zweifache Vergrößerung)  { Twelfth staters from Miletus (enlarged two times) }  { 24 blank } { 25 }

TAFELNACHWEIS

Nr.GruppeTypStandort
1I, 1A/1Babelon, Taf. XI, 5
2I, 2A/2Handel 1966
3I, 3A/2Privatbesitz
4I, 4A/2Privatbesitz
5I, 5A/2Handel 1966
6I, 5A/2Handel 1966
7II, 6B/2Handel 1966
8II, 7B/2Handel 1966
9III, 8C/2Münzkabinett München
10III, 9C/3Babelon, Taf. XI, 4

EXPLANATION OF PLATE

NumberGroupTypeSource
1I, 1A/1Babelon, plate XI, 5
2I, 2A/2In trade, 1966
3I, 3A/2Private collection
4I, 4A/2Private collection
5I, 5A/2In trade, 1966
6I, 5A/2In trade, 1966
7II, 6B/2In trade, 1966
8II, 7B/2In trade, 1966
9III, 8C/2Munich Museum
10III, 9C/3Babelon, plate XI, 4

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